Die Digitalisierung bietet der Altenpflege große Chancen – von effizienteren Verwaltungsprozessen über bessere Kommunikation bis hin zu telemedizinischer Unterstützung. Doch die Umsetzung bleibt herausfordernd. Wie können Pflegeverbände ihre Mitglieder optimal begleiten? Welche digitalen Lösungen sind praxistauglich? Und wie gelingt die Anbindung an die Telematikinfrastruktur?
Um Antworten auf diese Fragen zu finden, hat das Institut für Innovation und Technik in der VDI/VDE-IT den Deutschen Evangelischen Verband für Altenarbeit und Pflege (DEVAP) beraten. Ziel war es, Strategien zu entwickeln, um den Digitalisierungsstau in der Pflege zu lösen.
Mitgliederbefragung: Bedarfsgerechte Digitalisierung
Um den Unterstützungsbedarf zu ermitteln, begleiteten wir eine Befragung von Leitungskräften. Die Ergebnisse zeigen: Digitale Dokumentation, Fortbildungen und Tourenplanung sind verbreitet, doch große Hürden bleiben: Finanzierungslücken, technische Schnittstellenprobleme, Zeitmangel und unzureichende Schulungen. Zusätzlich bremsen bürokratische Hürden, Datenschutzanforderungen und fehlende digitale Kompetenz die Entwicklung. Besonders hoch ist der Informationsbedarf bei Finanzierung- und Fördermöglichkeiten, der Telematikinfrastruktur sowie der elektronischen Patientenakte.
Fachveranstaltungen zur Telematikinfrastruktur
Die Telematikinfrastruktur soll die Akteure im Gesundheitswesen vernetzen und wird ab dem 1. Juli 2025 verpflichtend. Um Pflegeeinrichtungen vorzubereiten, haben wir mit dem DEVAP verschiedene Fachveranstaltungen durchgeführt. Dort wurden Grundlagen, Handlungsbedarfe und Zeitpläne vorgestellt und die Teilnehmenden diskutierten organisatorische Konsequenzen beim Nutzen der Telematikinfrastruktur. Pflegeeinrichtungen und Technikanbieter brachten ihre praktischen Erfahrungen ein. Das für die technische Infrastruktur verantwortliche Unternehmen „gematik“ gab einen Ausblick auf kommende Entwicklungen.
Entwicklung einer Digitalisierungsstrategie für die Altenpflege
Damit die Digitalisierung nachhaltig wirksam wird, unterstützten wir den DEVAP bei der strategischen Planung. Besonders wichtig bei der Digitalisierung der Pflegebranche ist unter anderem die sichere Refinanzierung digitaler Investitionen oder auch das Integrieren digitaler Kompetenzen in die Praxis und Ausbildung. Insgesamt darf die Digitalisierung keine zusätzliche Bürokratie oder finanzielle Belastung für Pflegebedürftige schaffen, sondern muss als Chance für eine effiziente und menschenzentrierte Versorgung genutzt werden. Dies gelingt, wenn die Beteiligten in derartige Prozesse mitgenommen werden.